steam Seit einiger Zeit stand bereits zur Diskussion ob es zulässig ist online erworbene Software wieder zu verkaufen oder nicht. Genau geht es um Steam, ein bei Steam gekauftes Spiel ist auf einen Account gebunden. Nur in Ausnahmefällen war es bislang, gegen eine Bearbeitungs / Abschreckungs Gebühr von $10, möglich ein Titel von einem auf den anderen Steam Account zu transferieren.

Der Bundesgerichtshof hat nun am vergangenen Donnerstag entschieden, das die Bindung der Lizenz an einen Account rechtens sei. Steam und andere Onlineanbieter müssen demnach nicht mehr dafür sorge tragen das ein Titel zwischen Konten transferiert werden kann. (Urteil Bundesgerichtshof Karlsruhe I ZR 178/08)

"Die Entscheidung der Karlsruher Richter schafft endlich Rechtssicherheit für Anbieter und Nutzer im Online-Vertrieb von Medien […] Die Möglichkeiten, die sich aus dem Vertrieb von Inhalten für Geräte wie iPad, Kindle usw. ergeben, sind noch nicht einmal absehbar. Das Urheberrecht ist in der modernen Informationsgesellschaft angekommen, wenn Gerichte die Rechte der Urheber stützen und die rechtlichen Grundlagen für neue Vertriebs- und Nutzungsformen schaffen, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wären." Rechtsanwalt Georg Fechner

Interesse der Industrie Kontra Interesse der Verbraucher ?

Die Gaming Industrie begrüßt das Urteil, stellt es doch die derzeit im kommenden Online Vertriebsplattformen, auf stabilere Stützen. Die Verbraucher müssen nun mehr oder weniger damit Leben. Der VZBV (Bundesverband der Verbraucherzentralen) nennt das Urteil "eine unangemessene Benachteiligung der Verbraucher". Beide haben mit Sicherheit etwas Recht die Argumente gegen reinen Lizenzvertrieb sind dagegen recht griffig.

"Der Kunde zahlt und muss dann die gleichen Rechte haben, wie er sie beim Kauf einer CD oder DVD im Geschäft hätte […] Wenn mir eine im Geschäft gekaufte Musik-CD oder ein Spiel nicht mehr gefällt, kann ich es verschenken oder weiterverkaufen - bei Online-Käufen ist dies verboten" VZBV

Meinung

Klar möchten Steam, Apple und Co. eine möglichst sichere Rechtslage zu ihren Gunsten haben, sehe ich ein und das ist auch ok. Aber ich als die Person, welche die Scheine in die Hand nimmt und für ein Produkt entscheidet, sehe das ganze bedenklich. Nicht weil ich keine Physikalischen Datenträger mehr in der Hand halte, auch nicht weil ich nicht Downloaden möchte oder Datenschutzbedenken hätte sondern rein alleine deswegen weil ich schon schlechte Erfahrungen gemacht habe. Nehmen wir mal spekulativ an ich habe einen XY Account mit allen meiner Spiele bei Betreiber XYZ, was passiert sollte der Betreiber mal Pleite gehen ? Richtig - meine Games wären weg. Spielen nicht mehr möglich.

Ok, im Falle von Apple, Amazon oder Steam ist das kein Scenario vor dem am akute Angst haben müsste. Dennoch die Nutzerrechte sind nicht geschützt in diesem Fall, ich habe ja keine Software gekauft sondern nur das Recht sie zu benutzen.

SaaS für den Games Markt ?

Früher oder Später wird der Hauptabsatz durch Onlinedistribution gemacht werden, da bin ich mir ziemlich sicher. All das erinnert mich an das was zahlreiche mp3 Stores bereits durchgemacht haben, DRM rein, Nutzbar auf x Geräten, x mal abspielbar. Mittlerweile ist das "harte"-DRM wieder bei vielen verschwunden weil man gemerkt hat das die Nutzer dies nicht voll mittragen und lieber die Musik schwarz kopieren als sich mit komplizierten Mechanismen rumzuärgern. Bei Games ist das Problem der Gerätekompatibilität durch die Lizenz nicht gegeben von daher denke ich das dem "SaaS" Modell (Software as a Service) auch bei Games nichts im Wege stehen wird.

Mittelfristig sehe ich auch die ersten Spiele (nicht MMOs) die man auf Zeit nutzen darf, 15€ für 3 Monate Nutzung. Zumindest die Entwickler gehen schon jetzt in diese Richtung, Savegames und Co. in Social Media like Online Profilen gespeichert, Zwangsregistration beim Hersteller, usw.

 

 

Quellen und weiterführende Informationen:

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✉ Marco Götze//

Kommentare

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Hudiny
Wir enden wieder beim klassischen Brettspiel wenn das so weiter geht :)
Hudiny
Wir enden wieder beim klassischen Brettspiel wenn das so weiter geht :)
magic23
Letzte Woche schon drüber aufgeregt.. :D

Aber am Ende bleibt eben nur eines: Verzicht! Je mehr Leute die Spiele einfach nicht mehr kaufen, desto schneller verschwinden diese Modelle. Aber wir wissen ja wie die Gamer der neuen Generation mittlerweile drauf sind. Von daher: Es ist wie es ist - Friss oder stirb!
magic23
Letzte Woche schon drüber aufgeregt.. :DAber am Ende bleibt eben nur eines: Verzicht! Je mehr Leute die Spiele einfach nicht mehr kaufen, desto schneller verschwinden diese Modelle. Aber wir wissen ja wie die Gamer der neuen Generation mittlerweile drauf sind. Von daher: Es ist wie es ist - Friss oder stirb!