Eigentlich wollte ich mir den Film gar nicht erst im Kino „antun“ so schlimm waren meine Erwartungen an den „deutschen Hackerfilm“. Denn was man in den letzten Jahren dort gesehen hat, und ich rede nun nicht vom deutschen Film, war eher kaum auszuhalten und total überzogen.
Dank Alex Post in seinem Blog habe ich mich dann doch mal ins Kino begeben und ich muss sagen zum Glück habe ich mich in meiner negativen Erwartung getäuscht. Der Film hat sogar Potenzial das ich ihn mir noch mal ansehen werde.

Hacker; [ˈhɛkɐ]

„Hacker-Filme“ tun tun sich immer schwer mit dem Spagat zwischen Realismus und ich nenne es mal „Casual-Fantasy“. So werden gerne, mittlerweile abgestumpfte Virtuelle Cyberwelten, genommen um wie im Vorbild TRON den Kampf im Mainframe zu visualisieren. Meist ist das aber eher schlecht als recht und hat mit Hacken nun so gar nichts zu tun. In WHOAMI gefällt mir die Darstellung dieses „Cyber Space“ durchaus. Keine Bit & Bytes sondern eine dunkle U-Bahn mit seltsamen Anonymisierten Charakteren.
Aber auch in WHOAMI gibt es „Hacks“ die schon sehr an den Haaren herbeigezogen sind, aber Herr je, es ist nun mal ein Film. Viele vergessen dabei das ein realer „Hack-Prozess“ sicherlich nicht Kinotauglich ist, weder vom Verständnis noch vom Spannungsbogen und ganz zu schweigen vom Zeitaufwand. In WHOAMI wird aber zumindest ansatzweise versucht das was man sieht plausibel aussehen zu lassen. Kann man darüber hinwegsehen das einiges des gezeigtem eigentlich unmöglich ist so macht der Film Spaß.

Seltsamer Start und ein unerwarteter Höhepunkt

Gerade die ersten Szenen im Film waren für mich so eine Sache. Ich dachte schon relativ schnell mit meiner pessimistischen Annahme bestätigt worden zu sein. Da gab es eine Szene in der Max und Benjamin das erste mal zusammentreffen und dann später erneut. „Hey du kannst Maschinen Sprache Lesen, einfach so?“ Bitter Ernst; Sorry, den Dialog hätte man einfach auch sein lassen können. Das ist für mich zum Glück auch schon der Tiefpunkt des Films den man schell vergisst denn der Takt im Film passt, alles ist sehr schnell. Nachdem es dann mal losgeht gibt es eigentlich keine Stelle an der Langeweile aufkommt. Die Schauspieler haben ebenfalls einen guten Job gemacht. Doch das Grandiose ist einfach das Ende, hier wird man im Vorbild eines anderen Films – auf den es im Übrigen in WHOAMI auch einen Hinweis gibt – zum zweifeln und nachdenken gebracht.

/short I.M.H.O.

Einige Szenen mögen enttäuschen, doch betrachtet man den Film im ganzen ist er sehr gelungen. Daher unbedingt ansehen Solang er im Kino läuft!





 

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✉ Marco Götze//

Kommentare

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★Marco Gö†ze
Ja ganz klar ein Film zum 2x schauen.Kam wohl so gut an und soll nun ja von Hollywood "amerikanisiert" neu verfilmt werden.
Jörg
Ich fand den Film klasse, habe ihn mir in München im Kino angeschaut. War anfangs auch nicht begeistert von der Idee. Mein Gedanke "Ein Deutscher Film? Und dazu ein ernster? Das kann nur in die Hose gehen". Aber meine Freundin wollte unbedingt in diesen Film wegen des Schauspielers Tom Schilling. "Na gut" dachte ich mir. Und ich muss sagen das ich zwei Stunden später auch echt begeistert aus dem Kino ging. Die Darstellung des Chatrooms im Zug hat mich vom Hocker gehauen, die Verknüpfung von Ereignissen und die große Auflösung (wenn auch ein wenig vorhersehbar kurz vor Schluss) war großartig.Werde mir den Film definitiv auf Bluray kaufen sobald diese erhältlich ist :)