So auch eine Amerikanische Versicherung die Ihre Sachbearbeiter zur Durchsuchung von Informationsquellen anhielt, darunter viel auch explizit die Anweisung vorhandenen Inhalte der MySpace und Facebook Auftritte der Versicherungsnehmer nach Hinweisen zu durchforsten. Die Versicherung der Familien verweigerte die Zahlung eines Versicherungsschadens nachdem Ungereimtheiten der Schilderung mit auf dem Blog der Familie veröffentlichten Informationen entdeckt wurden. Die Versicherung bekam vor Gericht recht.

Das gläserne Opfer

Ebenfalls im Land der unbegrenzten Möglichkeiten musste ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer es vor Gericht über sich ergehen lassen, das von der Gegenpartei der eigene MySpace Weblog bis aufs detail vor Gericht erörtert wurde.

Der zitierte Trinker

USA, Texas; Ein Autofahrer dessen PKW in einem schweren Unfall verwickelt war Fand ein Zitat aus eines seiner Myspace Postings ("I'm not an alcoholic, I'm a drunkaholic") in der Anklageschrift wieder.

Der verlorene Job

Zwischen Los Angeles und Lowestoft verloren hunderte von nutzer von „Social Networks“ Ihren Arbeitsplatz oder bekamen ihre Verträge nicht verlängert. Grund dafür war die Anweisung eines großen Unternehmens die Blogs der Arbeitnehmer zu durchforsten. Privates Surfen ist in besagter Firma strikt untersagt. Tja Pech für die cleveren Angestellten die es trotz Firmen Proxy schafften zu Uhrzeiten in denen Sie eigentlich arbeiten sollten private blogeinträge oder sonstige Inhalte auf Myspace zu veröffentlichen.

Die Lästermäuler

In einem Südkalifornischem Automobilclub wurden 27 Mitarbeiter fristlos, wegen Mobbing, gekündigt nachdem aufflog das sie über andere Firmenmitarbeiter auf einem Internetblog herzogen und lästerten.

Der besoffene Sheriff

Ein Gesetzesvertreter in Florida wurde seines Amtes enthoben; Grund war der Inhalt seines Blogs in dem er stolz über exzessive Besäufnisse und Nackte Frauenbrüste Philosophierte.

Der Scheißjob

Ein Lagerarbeiter in Wokingham wurde für einen Blogeintrag, in welchem er seinen Job als „shit“ bezeichnete gekündigt.

Der schwule Lehrer

Nachdem in einer kleinen Gemeinde, nahe Las Vegas, besorgte Eltern Protest erhoben wurde ein Lehrer umgehend suspendiert. Der Protest bezog sich auf die MySpace Seite der Lehrkraft in der er sich als schwul outete.

Die Halloween Party

In Angestellter der Anglo Irish Bank lass sich von seinem Arbeitgeber freistellen weil er angeblich einen Familiären Notfall habe. In der Realität stellte sich, über die auf seinem Blog veröffentlichen Informationen, heraus das es sich bei dem Notfall um eine Halloween Party im Freundeskreis handelte. – Gekündigt.

Die Untersuchung

19 Police Officers in Northampton mussten eine Personal Untersuchung über sich ergehen lassen nachdem sie unsittliche Facebook Kommentare ins Web gestellt hatten.

Die Profisportler

Vergangenen September wurden David Rice, Englands Junior-Tennisranglisten zweiter, sowie Naomi Brady, nationale U-18 Profispielerin, von ihrem Training suspendiert. Grund: Die Tennis Vereinigung fand Bilder von wilden Partynächten mit Alkohol in Bradys Fall war es ein Foto das sie in anrüchiger Pose in einem Nachclub zeigte. Beide Galerien wurden auf der Privaten Webseite der Teenager veröffentlicht.

Die Universität

Ein Dozent der bekannten Cambridge University gab zu das Erstsemestler sowie Neubewerber diskret auf deren Onlineaktivität überwacht würden. Dies wäre nach seiner Aussage mittlerweile nichts außergewöhnliches, Firmen in der freien Wirtschaft würden dies viel aggressiver betreiben.

Was all diese Fälle zeigen, ist das Blogs und private Internet Auftritte immer mehr in den Blickpunkt des Arbeitgebers und der Behörden wandern. Viadeo’s UK Manager Peter Cunningham sagte das das Ergebnis ein Umdenken und aufwachen für all jene sein sollte die bereits Persönliche Informationen Online frei zugänglich machen.

 

 

"Millions of people are leaving personal information online, much of which is cached and remains available via search engines even after the author has removed the web page.

When people who are not the original intended audience – such as potential employers – find this information, it can have a major impact on their decision making process."

In Amerka geht das Informationsfischen bereits in das nächste Level, so hat sich bereits ein Millionen Markt von Software rund um das Überwachen von Social Networks & Blogs etabliert. Selbstredend ist der Markt an Software die diese Automatische Überwachung verhindern soll ebenfalls im kommen. Ein neuer Machtkampf des Wettrüstens steht nicht also erst vor der Tür sondern hat schon längst begonnen.
Auch gibt es in USA bereits erste „Ratings“ die diese im WEB 2.0 gewonnenen Informationen mit einfließen lassen.

Man stelle sich mal vor; Herr Hansen geht zur Bank und möchte ein Kredit für die Renovierung seines Familienhauses. Die Bank lehnt ab, nicht kreditwürdig. Der Sachbearbeiter der Bank sieht in den meisten Fällen nur einen sogenannten „Rating“ Wert der einer Person zugewiesen wird. Heutzutage setzt sich dieser Wert aus vorhandenen Schulden & Vermögen, Sicherheiten und zahlreichen weiteren Faktoren zusammen. In Zukunft fließt dort dann ggf. die Vollautomatische Bloguntersuchung mit ein. – Nein – Das muss nun wirklich nicht sein.

Michael Fertik, Geschäftsführer und Gründer der Firma ReputationDefender bestätigte die hohe Nachfrage seiner Software. Er sprach von hunderten Kunden die bereits in Europa das Produkt erworben hätten. Zitat Fertik:

"Young people today do the same thing they have always done on paper, but now they do it on a web page... The first thing we do is lobby those involved and, quite simply, ask them to remove the material by going first to the individual, then to the moderator or administrator, then, if necessary, to the ombudsman or ISP controller."

Er und andere Experten weisen auf den gefährlichen unbedachten Umgang mit Onlineinformationen hin. Datenschutzexperte William Malcom betonte das man anstatt abzuwägen welche Information ein risiko darstellt sollte man sich besser überlegen „Mit wem teile ich diese Information eigentlich?“ Wenn man sich der Identität der dritten Person nicht sicher sein kann sollte man sich selbst fragen ob man diese Information auch jeder dahergelaufnen Person in z.B. einem Einkaufszentrum erzählen würde. Wenn nein, sollte man dies auch Online nicht tun.

Die meisten der Nutzer jeder beliebigen Sozial Network Plattform bestätigen das lesen der AGB ohne das gehasste kleingedruckte auch nur ansatzweise überflogen zu haben. Die Konsequenz ist oft die Nutzung zu zwecken denen man eigentlich nicht gerne zugestimmt hätte. Ein weiteres Beispiel hierzu:

Die Exfrau

Ein Holzarbeiter in Newport wurde verurteilt keinen Kontakt mehr mit seiner geschiedenen Frau herzustellen. Als er Facebook beitrat wurde anhand seines Email Adressbuch ein automatischer „Friend request“ an alle seine Kontakte geschickt. Darunter befand sich auch seine Exfrau welche prompt die Polizei darüber in Kenntnis setzte; Der Mann wurde für 10 Tage Inhaftiert und vorbestraft.

Neben unklugen Veröffentlichungen von Informationen existiert noch die große unbekannte Nummer an Personen deren Privatsphäre kompromittiert oder deren Identität gestohlen wurde. Leichtsinnigkeit kombiniert mit Sicherheitslücken von Web 2.0 Seiten bringt natürlich schnell Leute auf die Matte die eine Methode finden dies auszunutzen.

Ende 2007 gab es als Beispiel ein MySpace Exploit welches von einer Hackergruppe genutzt wurde um Millionen privater Bilder herunter zu laden und via File-Sharing Börse für Jedermann zugänglich zu veröffentlichen. Darunter zahlreiche sehr Private Aufnahmen die mit Sicherheit nie für die Öffentlichkeit bestimmt waren.

Das das so genannte WEB 2.0 vermehrt von Pädophilien und Kriminellen verwendet wird ist daher kein Wunder. Glücklicherweise ist die Prozentzahl der betroffenen noch sehr gering. Dennoch wird der Missbrauch dieser Dienste in Zukunft mit Sicherheit zunehmen. In UK gibt es bereits die ersten Anwaltskanzleien die sich auf „Social Networking & Privacy“ spezialisieren.

Die Sozialen Netze und der so genannte WEB 2.0 „user generated content“ haben in den letzten Monaten das Netz sehr nahe an viele gebracht die vorher nicht viel mit dem Internet gemein hatten. Gerade dies macht es einfach für potenzielle Betrüger, sollten die Trends anhalten und die Benutzer nicht schlauer werden so werden einige Personen sicherlich unsanft aus dem Sozialem Traum aufwachen.

Eine grobe Historie der Online Netzwerke:

1990 Die ersten Webseiten in Richtung Soziale Netze entstehen in der USA als erste Verzeichnete Webseiten sind classmates.com und SixDegrees zu nennen.

1999 Verschiedene Netzwerkseiten unter anderem LiveJournal, AsianAvenue und BlackPlanet starten

2000 MiGentle startet und SixDegrees stellt seinen Betrieb ein; Zu früh für seine Zeit.

2001 CyWorld startet als Koreanisches Netzwerk

2002 Jonathan Abrams aus Kalifornien startet mit Friendster ein Soziale Netzwerk im heutigem Sinne.

2004 Der Harvard Student Mark Zuckerberg startet das Projekt Facebook als Kontaktplatform für Harvardstudenten. Einige Monate später wird Facebook für Schulen im ganzen Lande geöffnet.

2005 Michael und Xochi Birch starten in der GB das Netzwerk BeBo

2006 Facebook geht ein drei Jahres Vertrag mit Microsoft ein in dem Ms als exklusiver Werbe Partner & Vermarkter festgelegt wird. In diesem Zuge wird Facebook für jeden zugänglich.

2006 Die „Socical Networking Awards“ finden erstmalig statt

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✉ Marco Götze//

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