Vor kurzen hatte ich das Thema bereits auf Twitter angerißen und direkt einige Fragen kassiert. Thema „Amazon Glacier“ als Backup Lösung. Aber fangen wir ruhig von vorne an, bisher sahen meine Backups immer so aus das ich von meinem PC hin und wieder manuell auf eine Externe USB Platte kopierte. Der Mensch ist ja bekanntlich faul und daher war das ganze eher unregelmäßig. Nun das alles ist natürlich auch nicht sicher, wäre nicht die erste USB Platte die bei mir das Zeitliche segnet. Nächstes Level bei mir Zuhause ist ein NAS mit RAID 5. Aber auch hier möchte ich allen RAID Fans sagen: Ein RAID ersetzt keine Backups! Vor allem nicht etwas zerbrechliches wie ein RAID 5 Verbund. Theoretisch müssten zwar 2 Festplatten und mehr gleichzeitig ausfallen doch was viele nicht bedenken ist das auch der RAID Controller im NAS auch mal einen Fehler aufweisen kann. So geschehen damals bei meinem ersten NAS. Controller läuft Amok und hinterlässt eine nicht mehr wiederherzustellende Verwüstung auf allen Platten. Und das ist nicht mal der GAU, es könnte ja auch mal in meiner Abwesenheit im Haus brennen – Chance ist gering aber nicht zu 100% ausschließbar. Feuer + Löschwasser sind nun bekanntermaßen nicht unbedingt Datenfreundlich, egal ob Papier oder Festplatte.

Cloud Backups, die Lösung?

Nun das teuerste in der Cloud ist meistens der Speicherplatz. Die Wahl des Anbieters kommt also auf den Verwendungszweck des Backups an. In meinem Fall sind es weniger als 20GB Speicherplatz den ich wirklich als wichtig erachte. Sprich Daten die sich im Falle eines Verlustes nicht wieder beschaffen ließen. Dies enthält: Private Fotos, Quellcodes, PSD Daten, eingescannte Rechnungen von größeren Anschaffungen usw.Nach einem Gespräch mit Gilly schaute ich mir mal Glacier genauer an und habe mich nun auch dazu entschieden. Vorteil ist ganz klar der geringe Preis pro GB (0,01€), das macht bei meinem ~20GB gerade mal 20 Cent im Monat – Verschmerzbar. Der Faktor bei dem Glacier teuer wird ist der Traffic zur Wiederherstellung des Backups. Hier schlägt jedes GB mit etwa 0,10 € an. In meinem Fall ist aber auch das total OK da eine Wiederherstellung nur im Worstcase notwendig wird. Hierzu müsste schon mein PC und das NAS beides ausfallen.

Glacier ist nicht Dropbox

Glacier selbst ist lediglich eine Art API zur Speicherung in der Cloud. Es bietet von sich aus keine Software wie Dropbox, skydrive oder andere Cloud Dienste. Der Upload erfolgt in Chunks über eine zur Verfügung gestellt API. Sprich man kommt über eine 3rd Party Software nicht herum um hier Daten zu speichern oder wieder herzustellen. Aber dazu gleich mehr.

Abhörsicher ?

In Zeiten von PRISM und Co. steht Cloudspeicher bei vielen in einem anderen Licht. Aber abgesehen davon das ich hier keine AAA Geheimakten deponiere gibt es dennoch die Möglichkeit zur Verschlüsselung. Glacier selbst speichert in Blocks verteilt auf unbestimmte Server im Amazon Datacenter. Dennoch könnte Amazon rein Theoretisch meine Blocks wiederherstellen und somit an meine Daten kommen. Da man für Glacier nun sowieso eine Software benötigt kann man die Verschlüsselung also beruhig lokal vornehmen und nur die verschlüsselten Blöcke in die Cloud packen. In meinem Fall ist die Wahl auf die kostenpflichtige Software von CloudBerry gefallen.

CloudBerry Backup Server Edition

Ich hatte in den letzten Tage einige Glacier Software ausprobiert und bin immer wieder auf die von CloudBerry gestoßen. Neben Amazon Glacier werden auch duzende andere Backupdienste unterstützt.2013-07-14 10_42_02-CloudBerry Backup Server EditionBei mir Viel die Wahl auf die Server Edition da ich im Rechenzentrum da ich einen Win 2008 Server habe welcher eben diese Lizenz benötigt. Für den Heimgebrauch ist die Desktop Version völlig ausreichend. Die Vorzüge kurz auf einen Blick:
  • Viele Verschlüsselungs Möglichkeiten
  • Komprimierung
  • Block Level Backup
  • Versionierung
  • Auch lokale & FTP  / SFTP Backups
  • Bandbreiten Kontrolle (Smart Bandwidth Mode)
  • Pre & Post Aktionen
  • Volume Shadow Copy Support !
  • Als Windows Service automatisiert im Hintergrund
  • Benachrichtigung per Mail wenn was nicht stimmt
Die2013-07-14 15_29_20-Assistenten des Sicherungsplans bearbeitens und vieles mehr war für mich der Grund gegenüber vieler Kostenfreier Lösungen. Gerade Block Level Backup mit Volume Shadow Copy ist unter windows unverzichtbar. Sprich es werden nur die geänderten Bytes übertragen und das auch wenn andere Programme gerade die Datei in Beschlag (file lock) haben. Zusammen mit der AES256 Block Verschlüsselung + Komprimierung macht das Tool für mich sehr nutzbar. Klar gibt es stärkere Verschlüsselungen aber ich habe hier keine Dokumente der obersten Geheimhaltungsstufe liegen :) Wem AES256 noch nicht stark genug ist könnte dank Block Level Backups seine Daten ja auch in ein TrueCrypt Mount packen. Aber irgendwann ist auch zuviel des guten.Die Wahl dessen was gesichert werden soll gestalltet sich recht unkompliziert, Checkbox setzen und gut.2013-07-14 14_44_01-CloudBerry Backup Server Edition

Backup Plan

2013-07-14 15_27_26-CloudBerry Backup Server EditionDurch die Unterstützung mehrere Backup Arten habe ich derzeit einen Täglichen Abgleich auf mein NAS sowie ein Wöchentliches Backup auf meinen Glacier Account. Hinzu kommt ein weiterer täglicher SFTP Backup des Mailservers sowie hier ebenfalls wöchentlich den Mailserver zum Amazon Glacier. Die voraussichtlichen Glacier Kosten zeigt das Tool direkt in einer Praktischen Übersicht an.Weitere Infos zu den CloudBerry Produkten gibts natürlich auf deren Webseite:

Fazit

Backups sind wichtig, wenn man erst im Falle des Datenverlustes daran denkt ist es zu spät. Ich für meinen Teil bin nun zumindest beruhigt was meine Daten angeht, denn das alle 3 Backups bei mir gleichzeitig den Geist aufgeben dazu muss schon was schlimmes auf der Welt passieren.

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✉ Marco Götze//

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