Da ich in den vergangenen Tagen relativ wenig zum ausgiebigen Gaming am PC komme mal ein Blogbeitrag in eine etwas andere Richtung. Es geht um eine Anime Serie auf die ich die Tage aus Zufall aufmerksam wurde, welche ursprünglich bereits 2005 ausgestrahlt wurde. "Starship Operators"- entgegen flacher Anime Action präsentiert sich hier eine sehr interessante Idee, welche ich so noch nicht gesehen habe. Die Amaterasu ist eines von drei Schiffen des Planeten Kibi, zum Zeitpunkt des Serienstarts besteht die Besatzung fast ausschließlich aus Kadetten welche auf dem Schiff ihre Offiziersprüfung erlangen sollen, doch dazu soll es nicht kommen. Direkt in Episode 1 wird der Planet Kibi vom Königreich zur Kapitulation gezwungen und somit jegliches "Kibi Militär" untersagt. Die Kadetten stehen nun vor der Wahl auf den Planeten zurück zu kehren und dort unter Umständen vor das Kriegsgericht des Königsreich gestellt zu werden oder darauf zu hoffen das ihnen als Offiziersanwärter  nichts passieren wird. Viele Ideen und Überlegungen gehen der jungen Besatzung durch den Kopf, unter anderem denkt man auch darüber nach das Schiff zu stehlen und damit zu entkommen. Dies stellt sich allerdings als nicht durchführbar heraus, da in der Serie endlich auch mal auf die Kosten eingegangen wird ein Starship zu unterhalten, zu warten, Verpflegung und Munition für ein ganzes Schiff zu kaufen.

PR, Marketing & Krieg

Der bereits aus unserer Zeit bekannte makabere Fakt, das mit Krieg und Gewalt im TV Geld verdient werden kann, wird zum Kern der Serie. Die Besatzung der Amaterasu verkauft kurzerhand ihren "Rachefeldzug" gegen das Königreich an den TV Sender Galaxy Network News (GNN) der im Tausch für Einschaltquote das Schiff mit dem nötigem versorgt. So wird kurzerhand das nun offiziell ausrangierte Schiff über einen Zwischenhändler von der Kibi Regierung abgekauft und mit nötigem TV Equipment ausgestattet. Quasi der fliegende Big Brother Container im Weltraum.

 
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Gute Inszenierung

Was mir besonders gefällt ist die Tatsache das hier nicht nur Pew Pew Bang Bang ohne Verstand rumgeballert wird, sondern das sich im Hintergrund das Geflecht rund um die Politisch angespannte Lage zwischen dem Königreich, Kibi sowie der Terranischen Allianz zuspitzt. Die Amaterasu wird bei vielen Zuschauern zum revolutionärem Vorbild und so dauert es nicht lange bis die Ausstrahlungen auf einigen Planeten zu Ausschreitungen und Protesten gegen Aktionen des Königreichs führen. Das ganze ist gut politisch inszeniert und zeigt wie mit der richtigen medialen Inszenierung auch die Besatzung eines einzelnen Raumschiffs eine Gefahr für ein komplettes Imperium werden kann.
 
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Versuchter Realismus

Entgegen vieler SciFi Anime Serien wurde bei Starship Operators an vielen stellen versucht möglichst authentisch zu wirken. So lässt man Gegebenheiten bekannter physikalischer Effekte einfließen. Auf dem Raumschiff herrscht daher in weiten Teilen keine oder kaum Schwerkraft. Nur in einer Rotierenden Ringsektion wird durch die aufrecht erhaltene Rotation eine leichte Schwerkraft simuliert. Auch wird darauf eingegangen das es im Weltraum eigentlich keine Geräusche gibt da sich Schallwellen eben nicht ausbreiten können. Dem Produzent des TV Sender in der Serie ist dies zu unspektakulär weswegen er, unter protest der Crew, Soundeffekte einspielen lässt :) Find ich klasse. Auch ist die Besatzung keinesfalls ein zusammengewürfelter Haufen von Kindern sondern alles junge Erwachsene die eigentlich ihre Prüfung zum Offizier ablegen sollten und nun ganz andere Probleme haben. Auch das Thema Tot, Verlust under der Un-Sinn von Kriegen wird in mehreren Episoden  kritisch behandelt.
 
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Klare Empfehlung

Wie gesagt, die Serie ist bereits von 2005 und leider gibt es auch nur eine Staffel mit 13 Folgen, doch in diesen Folgen wird die starke Geschichte gut transportiert. Daher von mir eine klare Empfehlung für alle Science Fiction Fans die etwas mehr als nur stumpfe Ballerei sehen möchten.

Etwas Kritik

Meine Kritik tut der Empfehlung natürlich keinen Abbruch, dennoch gibt es Punkte die nicht ganz so toll waren. Gegen Ende der Serie bekommt man bei einigen Geschichtsteilen den Eindruck das man die Serie nun beenden musste. So wirkt es relativ abrupt und einige angefangene Untergeschichten hinterlassen einen Eindruck abgewürgt worden zu sein. So als hätte man eine zweite Staffel geplant dann sich aber doch anderweitig entschieden. Dennoch, schöne Serie und mich wundert es warum ich als SciFi Fan erst jetzt darauf gestoßen bin.
 
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Verfügbarkeit

Die Serie ist komplett in deutscher Sprache verfügbar. Das das ganze bereits 2004 produziert wurde leider nur 480p. Weitere Infos z.B. bei Trakt - Starship Operators

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✉ Marco Götze//

Kommentare

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Quaisar
Ich habe mir heute Starship Operators reingezogen und ich finde die Serie richtig gut und auch teilweise sehr emotional was man gut nachempfinden kann da man sich in die charaktere reinversetzen kann. Ich finde es schade das so wenig gute scifi Animes gibt.

Mein Fazit zur Serie Sie absolut Top und jeder der auf gute Sci-Fi steht sollte sich die Serie anschauen.
solariz
Die Ghost in the Shell Filme fand ich beide richtig klasse, der Serie fehlte mir persönlich ein wenig die Würze. Darker than Black ist klasse, wobei ich mir engeren Zusammenhang zwischen Staffel 1 & 2 gewünscht hätte. Diesen Schwenk auf Suo und Ihren Bruder muss man erst mal verdauen :) Dennoch vom Kern her wirklich Tiefe Geschichte wovon sich Hollywood mal paar Scheiben abschneiden kann.
Kelhim
Kann gut sein, dass die Macher damals von einer zweiten Staffel ausgingen, aber sie dann eine späte Absage bekamen, und dann muss man das Beste daraus machen und den Zuschauern ein halbwegs schlüssiges Ende präsentieren.

Ich finde auch, es gibt leider zu wenige wirklich gute Sci-Fi-Anime. Mir fallen da spontan nur Ghost in the Shell oder (je nach dem, wie man es einordnet) Darker than Black ein.